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Schwerpunkt 1: Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
 
 

Schwerpunkt 1

Intensive
sozialpädagogische
Einzelbetreuungen (ISE)


Für wen?

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuungen sind für jedes Kind, jeden Jugendlichen, jede Familie individuell organisierte Erziehungshilfeangebote der Jugendhilfe. Sie werden flexibel den Entwicklungen und Entscheidungen der zu betreuenden und anderen am Hilfeprozess beteiligten Personen angepasst.

Die Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts, im Alter ab 6 Jahren, deren Wohl in der bisherigen Erziehung nicht mehr gewährleistet ist oder/und die Ressourcen der Herkunftsfamilie und des sozialen Umfelds nicht mehr ausreichend sind, um die jungen Menschen in notwendiger Weise zu beaufsichtigen, steuernd Einfluss zu nehmen und zu fördern.

Die Betreuung zielt auf eine akute und längerfristige Problemlösung, orientiert sich an der Mitwirkungsbereitschaft der Personen, setzt auf die Stärke vorhandener Ressourcen und bindet das Lebensfeld der zu Betreuenden mit ein.

Regelmäßige Gespräche mit der Herkunftsfamilie haben das Ziel, deren Erziehungskompetenzen zu erweitern. Diese können z. B. bei alltäglichen Situationen u. a. umgesetzt, bzw. geübt werden.

 
 

Wieso?

Wenn Eltern, wenn Mütter oder Väter mit ihren Kindern und Jugendlichen miteinander in einer Krise stecken oder immer wieder an ihre Grenzen  stoßen, wenn Leistungs-, Schul-, und/oder Verhaltensprobleme jede positive weitere Entwicklung zu verstellen drohen, kann eine intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung neue Chancen auftun. Sie kann Entlastung anbieten, Halt und Neuorientierung geben.

Die Familie lernt beispielsweise, dass das unangemessene Verhalten ihres Kindes als ein Lösungsversuch für Familienprobleme zu verstehen ist.

 
 

Wie?

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuungen (ISE)

Dieses besondere Angebot beinhaltet eine große Aufgabe für alle Beteiligten. Ziel ist es, dass das Kind/der Jugendliche nicht zwischen seiner Herkunftsfamilie und den Betreuungskräften steht, sondern in beiden „Welten“ zuhause sein darf. Um das zu erreichen, benötigt dieses sensible Hilfsangebot eine ständige, intensive Beratung und Begleitung von außen.

YGGDRASIL stellt qualifizierte MitarbeiterInnen zur Verfügung und begleitet diese fachlich (kollegiale Beratung, Fortbildung und Supervision).

Die Dienst- und Fachaufsicht obliegt YGGDRASIL.

 
 

Wodurch?

Den Hilfesuchenden können grundsätzlich alle vor Ort verfügbaren Hilfeformen angeboten werden (z. B. Schule Therapie/Verein).

Spezifische und einzelfallorientierte Hilfsangebote und Rahmenbedingungen können prozesshaft entwickelt und realisiert werden. Ausdrücklich sind zum Beginn einer ISE Hilfe, zur Klärung des perspektivischen Bedarfs und der Mitwirkungsbereitschaft, auch aufsuchende Formen und niederschwellige Angebote einzubeziehen (aus dem Umfeld).

ISE-Maßnahmen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Individualität aus, nicht der junge Mensch „passt“ in ein bestehendes Angebot, sondern die Angebote werden auf die Bedürfnisse und Erfordernisse der jungen Menschen angepasst, z. B. durch:

  • Auswahl geeigneter MitarbeiterInnen.
  • Individuelle Ausgestaltung des Hilfearrangements.
  • Enge Vernetzung aller am Hilfeprozess beteiligter Personen und Institutionen.

Die Ausgestaltung der Hilfe (Umfang) richtet sich nach dem Bedarf des Kindes oder des Jugendlichen. Grundlage ist ein individueller Hilfeplan, der mit Beginn der ISE-Maßnahme durch das Jugendamt beschlossen und entschieden wird.

Zum Beispiel können ISE-Maßnahmen halbtägig ein bis fünf Mal die Woche erfolgen oder ganztätig/vollumfänglich bei MitarbeiterInnen in deren privatem Umfeld stattfinden.

 
 

Pädagogische Aufgaben

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuungen (ISE)

Die wichtigsten Ziele der ISE Maßnahmen sind:

  • Neben dem Beziehungsaspekt sind in der Betreuungsarbeit die Überwindung der mangelhaften Lebensgrundlagen und die Entwicklung von Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Teilhabe und ein gelingendes Leben herausragend. 
  • Organisation und Stärkung von Selbsthilfepotentialen.
  • Aufbau einer Beziehung zwischen Klient und Betreuer.
  • Persönliche Wertschätzung erfahren, andere Menschen respektieren.
  • Aufbau und Stärkung der personalen und sozial emotionalen Kompetenz.
  • Sicherstellung der wirtschaftlichen Grundlagen und Gesundheitsfürsorge.
  • Aufgaben und Pflichten erkennen und sich selbständig um deren Erledigung kümmern.
  • Entwicklung einer schulischen und/oder beruflichen Perspektive.
  • Aufarbeitung des Lebenslaufes, Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie.
  • Freizeitinteressen entwickeln, erweitern und pflegen.
  • Erweiterung des Erfahrungs- und Denkhorizontes.
 
 

Was noch?

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuungen (ISE)

Ein Schwerpunkt der ISE-Maßnahmen ist es auch, das Miteinander von den ISE-MitarbeiterInnen und Herkunftsfamilie so zu gestalten, dass das Kind/der Jugendliche so wenig wie möglich in Loyalitätskonflikte gerät.

Gewährleistet wird dieser Ansatz durch unsere ISE-Berater bzw. -beraterinnen, die sowohl als Bindeglied als auch Puffer dienen.

Aufgabe des ISE-Beraters bzw. der -beraterin ist es dabei, sensibel auf beiden Seiten Konflikte rechtzeitig zu erkennen und zu bearbeiten, damit diese nicht über das Kind/den Jugendlichen ausgetragen werden.

 
 

Was nicht?

Die einzelnen ISE-Mitarbeiter/innen können sehr unterschiedlichen Kindern gerecht werden. Trotzdem gibt es einige Ausschlusskriterien, bei denen eine ISE-Maßnahme in der Regel nicht in Frage kommt, z. B.

  • wenn der junge Mensch eine massive Ablehnung der leiblichen Eltern gegen die Form der Hilfe in dieser Familie spürt,
  • massive psychiatrische Auffälligkeiten,
  • Drogenabhängigkeit,
  • starke geistige und körperliche Behinderung des jungen Menschen.